#79 – „Jeder Schritt zählt“ für zwei Küchen von Fabienne Winkler

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Mit dem Spendengeld von Fabienne Winkler konnten in Sri Lanka zwei Küchen gebaut werden.

Bei der Familie Wichita fällt die Kochstelle auseinander. Dort konnte eine neue Küche gebaut werden. Die Familie hat zwei Kinder, 12 Jahre und 6 Monate alt. Der Vater ist Taglöhner. Er weiss also nie genau, ob und wie viel er jeden Tag verdient. Das Zusammenfallen der alten Kochstelle war ein grosses Problem für sie. Ohne fremde Hilfe und finanzielle Unterstützung hätten sie sich niemals eine neue Kochgelegenheit bauen können.

Ebenso erging es Familie Gayata in Gonagalle. Die Mutter ist halbseitig gelähmt, der Vater leidet an starker Arthritis. Seit der ältere Sohn ausgezogen ist, muss der jüngere, 28-jährige Sohn für sich und seine Eltern den Lebensunterhalt verdienen. Selbst hat er ein Handicap, da er auf einem Auge blind ist. Als Tagelöhner also eine ganz schwierige Ausgangslage. Für die Eltern steht in der Hütte eine kleine Pritsche als Bett zur Verfügung. Der Sohn jedoch schläft auf dem Boden. Eine neue Kochstelle ist für diese Familie ein unglaubliches Geschenk.

Wie Fabienne Winkler zu diesem Geld kam, können Sie aus ihrem Reisebericht entnehmen:

Reisebericht der Spenderin Fabienne Winkler

Ich irrte durch das französische Dörfchen St. Jean Pied de Port, bis ich mich endlich traute, jemanden zu fragen, wo denn der Start dieses Camino de Santiago, auch bekannt als Jakobsweg, sei. „Das fängt ja schon mal gut an“, dachte ich mir und begann, den steilen Hügel hoch zu wandern. Mit meinem anfangs 14-Kilogramm-Rucksack kam ich schon nach wenigen Minuten ins Schwitzen und begann daran zu zweifeln, jemals im 800 Kilometer entfernten Santiago de Compostela anzukommen.

Doch Schritt um Schritt meisterte ich meinen ersten Tag, lernte liebe Mitpilger kennen und schlief im Gewitter in einem Notzelt, da die Herberge hoch oben in den Pyrenäen keine Betten mehr frei hatte.
Schritt um Schritt meisterte ich auch den nächsten Tag und die darauffolgenden. Mir wurde bewusst, dass es einfacher ist, sich motivierende Tagesziele zu setzen, die auch machbar erscheinen. Es zählte nicht bloss das ferne Santiago, welches zwar das grosse Ziel war, aber noch so fern und unerreichbar erschien. Es zählten die Schritte zur nächsten Kaffeepause, zur nächsten Herberge und die erlebten Momente. Ein kleiner Schritt ist in seiner Einzahl nicht viel, doch reiht man Schritte aneinander, auch wenn es nur kleine sind, so begeht man durch Stetigkeit Distanzen, die einem zuvor unmöglich erschienen.

Einige Wochen bevor ich mich auf den Weg machte, beim Mittagessen mit meinen Arbeitskollegen, sprachen wir über mein Vorhaben. Neben dem Rucksackgewicht, möglicher Blasen an den Füssen und der Anzahl Socken, die ich mitnehmen sollte, kam uns die Idee eines Spendenlaufs. Ich könnte mir ja zusätzlich ein kleines Sackgeld dazuverdienen, indem ich Freunde anfrage, mir einen kleinen Betrag pro Kilometer zu spenden. Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr wurde mir bewusst, dass ich diese Idee in Tat umsetzen wollte. Doch das Geld für mich selbst zu sammeln, kam für mich nicht in Frage. Andere können es besser gebrauchen.
Also machte ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Hilfsorganisation. Ich entschied mich für den Verein helfen-hilft, da ich Dani Kalt, dessen Gründer und Präsidenten, persönlich kenne und ich somit den Spendern mit gutem Gewissen versichern konnte, dass das Geld für einen guten Zweck verwendet wird.

Ich fragte Freunde und Bekannte an, mir einen kleinen Betrag pro Kilometer zu spenden. Mir wurden Beträge von 0.05 CHF – 0.20 CHF pro Kilometer versprochen. Vielleicht erscheint einem das als sehr wenig, als würde es sich überhaupt nicht lohnen. Doch wie gesagt: Ein kleiner Schritt ist in seiner Einzahl nicht viel, doch reiht man Schritte aneinander, auch wenn es nur kleine sind, so begeht man durch Stetigkeit Distanzen, die einem zuvor unmöglich erscheinen.
So kann ich heute stolz sagen, dass diese Rappen zu Franken wurden. Zu 2200.- CHF.
Nach fünf Wochen wandern, lachen und weinen, kennenlernen, entdecken und erfahren, Motivation verlieren und wieder finden, erreichte ich Santiago de Compostela. Ich fühlte mich reicher als zuvor. Reicher, da diese Mitpilger, welche ich am ersten Tag kennengelernt hatte, mit welchen ich all die Kilometer durchgestanden hatte, zu meiner Camino-Familie wurden. Reicher, da ich mich mit interessanten Menschen austauschen konnte und neue Erkenntnisse gewann. Und vor allem war ich stolz. Stolz, mich auf den Weg gemacht zu haben. Stolz, durchgehalten zu haben.
Nach Santiago zog es mich noch bis zum Kap Finisterre und nach Muxa, welches weitere 130 Kilometer entfernt am Ozean liegt. Es war atemberaubend, es zu Fuss bis zum Atlantik geschafft zu haben. Wie es sich für einen Pilger gehört, schaute ich der Sonne zu, wie sie im Ozean versank und war dankbar für die vielen schönen Stunden, welche das Begehen dieser 930 Kilometer unvergesslich machten.
Ganz herzlich bedanke ich mich bei allen Spendern: Tobias Biedert, Jana Bielser, Vera Bielser, Ellinor Braun, Andreas Bucher, Silvie Burtschi, Lorenz Buser, Lukas Enggist, Fränzi Grolimund, Michael Grolimund, Simone Grolimund, Martina Hofmeier, Susanne Hofmeier, Werner Hoppe, Thomas Jung, Andreas Kunz, Chantal Mangold, Remo Morand, Eveline Morand, Phillip Schwab, Jonas Schweizer, Kim Thommen, Armin Winkler, Caroline Winkler, Melanie Winkler und Nicole Winkler.

Wir danken Fabienne Winkler ganz herzlich!

Projekt Küche 1

 

Projekt Küche 2

 

Projekt 79 – 09.03.2015

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